{"id":1458,"date":"2014-06-17T08:54:28","date_gmt":"2014-06-17T06:54:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.raymondontour.ch\/blog\/?p=1458"},"modified":"2014-07-01T07:45:14","modified_gmt":"2014-07-01T05:45:14","slug":"neukaledonien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.raymondontour.ch\/blog\/ozeanien\/neukaledonien\/","title":{"rendered":"Neukaledonien \/ Cook-Islands \/ Bora Bora (Tahiti)"},"content":{"rendered":"<p><strong>8. &#8211; 30. Juni 2014<\/strong><\/p>\n<p>22. &#8211; 30. Juni 2014: So stand ich also fr\u00fchmorgens ein weiteres Mal an der Immigration und am Zoll in Auckland. Please show me your trekking shoes. Ach ja, diese Trekking-Schuhe, die sind inzwischen schon fast zur Institution geworden. Jeder will sie sehen! \ud83d\ude42 Auch diesmal sind sie sauber geputzt und somit keine Gefahr f\u00fcr die Neuseel\u00e4nder. Was denn mit der Schweiz los war am Tag zuvor, als sie gegen Frankreich an der Fussball-WM so hoch verlor, wollte der Z\u00f6llner noch wissen. Nun ja, ich sagte ihm, dass die Schweiz zwischendurch auch grossz\u00fcgig mit anderen Nationen ist, und wir manchmal den anderen den Vorzug geben! \ud83d\ude09 Es war nat\u00fcrlich noch etwas fr\u00fch, um ins Zimmer der Unterkunft zu gehen, aber ich konnte mein Gep\u00e4ck deponieren, und die n\u00e4chsten beiden Fussball-Matchs der WM schauen. Der Regen machte auch in Auckland nicht Halt. Da die ganze Unterkunft ausgebucht war, bekam ich wiederum ein Upgrade in ein Einzelzimmer. Am n\u00e4chsten Morgen um 6 Uhr war Tagwache, da ich nach Tahiti weiterreiste. Im Flugzeug sass ich neben einer tahitischen Madame, Norma hiess sie. Es war ganz lustig. Da fragte sie mich, was ich denn in Tahiti so machen werde. Ich erz\u00e4hlte ihr, dass ich nach Bora Bora gehen werde. Da sagte sie mir, dass sie auf Bora (Kurzform von Bora Bora) wohnt. Es kam aus, dass sie nur gerade zwei H\u00e4user von meiner Unterkunft wohnte. Die Welt ist manchmal klein. Ich m\u00fcsse dann unbedingt bei ihr vorbei schauen. Eigentlich wollte sie noch auf Tahiti, der Hauptinsel von Franz\u00f6sisch Polynesien, eine Woche bleiben, um ihre Familie zu besuchen und ein paar Eink\u00e4ufe zu t\u00e4tigen. Aber wenn sie wisse, dass ich nur ein paar Tage auf Bora sei, dann buche sie gleich den Flug um, und komme fr\u00fcher nach Hause. Ach du meine G\u00fcte! Aber ich soll dann schon mal ihren Mann besuchen, der sei ganz nett. Puff, wenigstens ist sie verheiratet&#8230; Ich half ihr mit den Formalit\u00e4ten zur Einreise und ihrem schweren Gep\u00e4ck in Tahiti. Nun, gut, ich muss es ja zugeben, so ganz ohne Absichten bin ich nicht nach Bora gereist. Schliesslich hatte ich durch meinen krankheitsbedingten Aufenthalt in der Schweiz unvorhergesehene Auslagen. Und wie soll ich die wieder reinbringen? Da kl\u00fcgelte ich aus, dass ich doch eine mindestens 95-j\u00e4hrige Million\u00e4rin, wenn m\u00f6glich mit einem Herzfehler, anlachen k\u00f6nnte. \ud83d\ude42 Schliesslich ist ja Bora Bora eine der teuersten Inseln der Welt. Und zudem sollen dort angeblich die Kokosn\u00fcsse einfach so vom Himmel fallen&#8230; So sah ich bereits eine Einladung f\u00fcrs Hochzeits-Ap\u00e9ro auf meinem Blog wedeln. Selbstverst\u00e4ndlich w\u00e4ret ihr alle eingeladen gewesen&#8230; \ud83d\ude09 Aber so weit ist es ja dann nicht gekommen! Und ganz so abgebr\u00fcht bin ich auch wieder nicht&#8230; \ud83d\ude42 Leider hatte es am selben Abend keinen Flug nach Bora und so verbrachte ich eine Nacht in Tahiti. Dort ging ich nach Papeete Nachtessen mit einem tschechischen Paar, das in der gleichen Unterkunft hauste. Der Besitzer der Pension brachte uns in die Stadt und empfahl, dass wir bei einer sogenannten Roulotte Essen gehen sollten. Das sind fahrende K\u00fcchen, haben eine recht grosse Auswahl an Mahlzeiten und werden sehr gesch\u00e4tzt von den Einheimischen. Und was ist das beliebteste Essen? Steak\/Frites! Ein Entrec\u00f4te mit Pommes. Aber ein Entrec\u00f4te sieht anders aus als bei uns&#8230; Ich versuchte einen frischen Fisch, der sehr gut schmeckte. Am n\u00e4chsten Tag flog ich nach Bora. Neben mir sass eine Fotografin, die mir ein paar Tips von Bora gab. Am Flughafen machte ich bereits die ersten Fotos, da fragte mich meine Sitznachbarin, ob sie von mir ein Foto machen solle. Der Flughafen befindet sich auf einer separaten Insel, ein Motu, wie diese hier genannt werden, mit herrlicher Sicht auf Bora. Klar doch! Nun gut, ich weiss auch nicht genau, was diese Fotografin von Beruf ist. Der Hintergrund ist dermassen schr\u00e4g, ich kann das Bild nicht einmal auf den Blog stellen, sonst l\u00e4uft das Wasser noch vollst\u00e4ndig aus! N\u00e4chste \u00dcberraschung: Alle sind gegangen, aber wo bitte ist mein Gep\u00e4ck?! Ich solle doch einfach den n\u00e4chsten Flug abwarten. Bien entendu! Aber auch auf diesem Flug war mein Gep\u00e4ck nicht. D\u00e9p\u00eaches-toi! Dein Boot geht gleich los, sonst musst Du drei Stunden warten. Ja, ja, aber mein Gep\u00e4ck! Ich suche es, und wo wohnst Du denn auf Bora? Ich rufe dich an, aber geh jetzt. Mon dieu, mon dieu, ich weiss ja, wie&#8217;s l\u00e4uft&#8230; Der Traum meiner Million\u00e4rin konnte ich nun definitiv abschminken, meine &#8222;heissen&#8220; Badehosen sollten es richten. Und nun sind diese nicht da! \ud83d\ude09 Am Hafen wartete G\u00e9rard, der Besitzer meiner gebuchten Pension, auf mich. Er zeigte mir die wichtigsten Sachen, erkl\u00e4rte mir alles und gab mir ein Paar seiner Badehosen und ein Badetuch, da ich an den etwa 5 Kilometer entfernten Strand mit dem Fahrrad gehen wollte. Wir h\u00e4tten doch etwa die gleiche Konfektionsgr\u00f6sse, meinte G\u00e9rard. Nun gut, jedes Auge sieht ja bekanntlich anders. Macht doch nichts, schliesslich war ich froh, dass ich \u00fcberhaupt zu einem Paar Badehosen kam. Diese hatten den Vorteil, dass ich praktisch nicht pedalen musste. Es war, als h\u00e4tte ich meine Segel ausgefahren, und der Wind mich an den Strand fegte, dermassen gross waren diese. \ud83d\ude09 Auf Bora gibt es doch tats\u00e4chlich nur einen einzigen Badestrand! Aber der ist der Hammer. Auf der Insel gibt es jeweils von mitte Juni bis mitte Juli eine Kulturveranstaltung, die Heiva, f\u00fcr die Einheimischen aber auch f\u00fcr Touristen. Perfekt, so bekam ich also doch noch die Hula Hoop-T\u00e4nzerinnen zu sehen. \u00dcbrigens kam mein Gep\u00e4ck am selben Abend noch an, jupi. Mit dem Radl fuhr ich die 32 km lange Strasse rund um die Insel ab. Per Boot machte ich auch einen empfehlenswerten Ausflug. Dabei hielten wir an den sch\u00f6nsten Orten, konnten mit Mantas und Zitronenhaien schwimmen, es war herrlich. Allerdings hatte ich anf\u00e4nglich schon Respekt vor den Haien, welche jedoch nicht so gross sind. Und selbstverst\u00e4ndlich schaute ich am zweiten Tag beim Ehemann von Norma vorbei. C&#8217;est toi le suisse?, schrie er unter der Dusche hervor, j&#8217;arrive tout de suite. Warum ich erst heute komme und nicht bereits gestern vorbei schaute, wollte der Mann wissen. Excuse-moi! Er offerierte mir einen Drink und bedankte sich, dass ich seiner Frau geholfen habe. Wir schwatzten ein wenig. Er ist wirklich sehr nett, kommt aus Frankreich und hat einen Bruder, der in der Schweiz wohnt. Nun m\u00fcsse er aber gehen, um seine Frau abzuholen, sie komme bereits heute Abend zur\u00fcck&#8230; Nach zwei Tagen musste ich meine Unterkunft wechseln, da G\u00e9rard bereits vorher das Studio weitervermietete. So wechselte ich in die n\u00e4chste Pension, zu Mami Gloria, wie sie \u00fcberall genannt wird, gleich auf der anderen Seite des Hauses von Norma. Der Mann von Mami Gloria ist Fischer und fing am Morgen unter anderem einen roten Thun-Fisch. Eine Spezialit\u00e4t ist der Poisson cru, also roher Fisch. Sie lud mich gleich zum Nachtessen ein. Es ist zwar nicht so mein Ding mit dem rohen Fisch, aber mit viel Sosse schlitterte der Fisch auch meine Kehle runter. Salut Pr\u00e9t\u00f4t, rief Mami Gloria jeweils, als sie mich sah und lachte. Norma geht bei Mami Gloria ein und aus, wie sie will. Non, non, il s&#8217;appelle Raymond, sagte Norma. Ah non, pour moi il s&#8217;appelle Pr\u00e9t\u00f4t, erwiderte Mami Gloria. Hier in Tahiti duzt man sich \u00fcbrigens immer. Norma erkl\u00e4rte mir, dass sei viel einfacher, und die Konjugation sei viel zu kompliziert. Pr\u00e9t\u00f4t sei \u00fcbrigens ein Dessert, sehr fein, aber auch sehr aufw\u00e4ndig zum machen. Fragt mich aber nicht, wie diese Nachspeise aussieht und schmeckt. Es scheint, als h\u00e4tten ein paar Leute die Pr\u00e9t\u00f4ts zum fressen gern. \ud83d\ude09 Ja, Bora ist wirklich ein Paradies, dieses t\u00fcrkis-blaue Meer, ein Traum. Es gibt nicht viel dazu zu sagen, schaut euch doch einfach die Bilder an. Aber alles hat ja bekanntlich eine Ende. Nach vier Tagen Bora flog ich nach Tahiti zur\u00fcck. Zum Abschied bekam ich von Norma einen Anh\u00e4nger mit einer Perle, Mami Gloria schenkte mir eine Strandtasche. Das war wirklich lieb von den beiden Damen, die \u00fcbrigens 62, resp. 69 Jahre alt sind, nur dass das auch erw\u00e4hnt sei&#8230; \ud83d\ude42 Der Mann von Mami Gloria fuhr mich freundlicherweise an den Hafen, um das Flughafen-Boot zu erreichen. Die Bremsen des Autos funktionierten schon eine Weile nicht mehr, aber er habe eine gute Handbremse. Ah! \u00dcber was ich mir \u00fcberhaupt Sorgen mache!! So fuhren wir mit etwa 20 km\/h zum Hafen, schliesslich k\u00f6nnte ja trotz allem ein Bremsman\u00f6ver erforderlich sein. Am Flughafen angekommen erschien mein Flug auf der Anzeigetafel gar nicht, interessant. Am Check-in kl\u00e4rte man mich dann auf, dass der Flug annulliert wurde und ich nun auf den Flug umgebucht wurde, der seit \u00fcber vier Stunden Versp\u00e4tung hat. Wann dieser genau abfliege, k\u00f6nne man mir nicht sagen, das Flugzeug sei immer noch in Papeete&#8230; Ich wollte noch schnell die n\u00e4chste Unterkunft avisieren, da man mich in Tahiti erwartete, ich erreichte jedoch niemanden. Nach \u00fcber zwei Stunden Warten konnte ich dann in einen Flieger steigen, der nach Papeete abhob. Als ich ankam, weit und breit niemand, der auf mich wartete. Endlich erreichte ich den Besitzer der gebuchten Lodge telefonisch. Pas de probl\u00e8me, j&#8217;arrive dans 15 minutes! Daraus wurden dann 30 Minuten, aber was soll&#8217;s? Ich plante am n\u00e4chsten Tag einen Ausflug auf die Nachbar-Insel Moorea. Leider war das Wetter dermassen schlecht, dass ich es sein liess. Ich bin um 5.45 Uhr aufgestanden, um zu schauen, ob sich die Wolken verzogen hatten, leider nicht. So nahm ich das Kajak der Unterkunft unter den Arm und stach damit in See f\u00fcr \u00fcber zwei Stunden. Es war herrlich, wie in einem Aquarium, alles voller Fische und Korallen. Am n\u00e4chsten Tag ging dann mein Flieger zur\u00fcck nach Neuseeland. Au revoir la Polyn\u00e9sie, \u00e0 la prochaine! Fazit: Franz\u00f6sisch Polynesien ist traumhaft sch\u00f6n, und mein Budget muss ich halt in Las Vegas an einem einarmigen Banditen aufbessern! \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Thema Perlen: Die S\u00fcdsee allgemein, Tahiti besonders ist bekannt f\u00fcr die Perlen. Es gibt die ganze Palette von Perlen, von weiss bis dunkelgrau, alles, wobei vor allem die dunkeln Perlen ber\u00fchmt sind. Preis? Nun das variiert von billig bis sehr teuer, je nach Gr\u00f6sse und vor allem nach Qualit\u00e4t der Perle. F\u00fcr eine Perlenkette erster Qualit\u00e4t mit absolut perfekten Perlen bezahlt man schnell mal ein paar tausend Franken oder Euro. Oft werden aber die sch\u00f6nen Perlen, die einen kleinen Fehler haben, trotzdem verwertet, wobei die fehlerhafte Stelle dann einfach unsichtbar verarbeitet wird, z. B. wird eine kleine Schramme bei einem Fingerring einfach gegen den Ring montiert. Ich pers\u00f6nlich finde aber nicht nur die perfekten Perlen sch\u00f6n, auch die etwas unf\u00f6rmigen haben ihren Reiz. Wie entsteht jedoch eine Perle? Sie besteht aus Perlmutt. Perlen bilden sich in der Natur unter nicht genau gekl\u00e4rten Umst\u00e4nden. Man geht davon aus, dass f\u00fcr die Perlenbildung Epithelzellen der Muschel verantwortlich sind, die durch Einbohrung von Parasiten oder durch andere Verletzungen in das tiefere Mantelgewebe der Muschel verschleppt werden, wo sie eine Zyste bilden. Calciumcarbonat, das Baumaterial der Schale, wird dort abgeschieden und lagert sich Schicht um Schicht ab, wodurch schlie\u00dflich eine Perle entsteht. Eine Durchschnittsperle ben\u00f6tigt zwei bis drei Jahre Wachstum. Die Farbe ist abh\u00e4ngig von der Art der Perlmuschel, ihrem Lebensraum und der Wassertemperatur.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>14. &#8211; 22. Juni 2014: Zur\u00fcck in Neuseeland musste ich zuerst wieder durch die Immigration und den Zoll. Selbstverst\u00e4ndlich hatte ich meine Trekkingschuhe zuoberst im Gep\u00e4ck, so dass ich sie nur noch schnell auspacken und zeigen konnte. Alles war paletti, und nein, ich war auf keinem Bauernhof und ich habe keine Souvenirs in Neukaledonien gekauft! Alles Gep\u00e4ck nochmals durch den R\u00f6ntgenapparat und ich war wieder legal in Neuseeland, aber wieder nur f\u00fcr eine Nacht. Diesmal war die Unterkunft sehr eng in Auckland, aber es war ja schliesslich nur f\u00fcr eine \u00dcbernachtung. Am n\u00e4chsten Tag bestieg ich den Flieger, um auf die Cook-Islands zu reisen, eine weitere Trauminsel. Diesmal \u00fcberflog ich die Datumsgrenze, das war noch so komisch. Ich flog am Sonntag ab, kam aber am Samstag an. Somit gewann ich also einen Tag, den ich dann beim R\u00fcckflug nach Neuseeland wieder verlor. Das heisst, ich bin am 15. Juni abgeflogen, aber am 14. des gleichen Monats angekommen! Die Cook-Inseln bilden einen kleinen unabh\u00e4ngigen Staat von ca. 15 Inseln mit einer Gesamtfl\u00e4che von 242 km2, die Bev\u00f6lkerungszahl betr\u00e4gt ca. 20&#8217;000 Einwohner. Den Namen hat sie wegen dem Seefahrer James Cook erhalten. Wer nun denkt, dass es auf diesem Inselstaat nur sch\u00f6ne und mit einer &#8222;Caf\u00e9-au-Lait&#8220;-Haut versehenen Menschen gibt, der irrt. Ca. 75 % der Bev\u00f6lkerung ist fettleibig. Mamma-Mia, die Betreiberin des Hostels, das ich ich gebucht hatte, war eine echte Kanone! Sie kam mich am Flughafen gegen Mitternacht abholen. Wow, diese Oberarme, ich h\u00e4tte glatt bei einem Armdr\u00fcck-Kontest einpacken k\u00f6nnen. Nicht einmal meine Oberschenkel konnten bei diesen Massen mithalten. Ich konnte auch keinen Eindruck erwecken, als ich erw\u00e4hnte, dass meine Grossmutter mal die Schwingerzeitung abonniert hatte&#8230; \ud83d\ude09 Tisa hiess die Gute, packte mich samt Gep\u00e4ck hinten ins Auto und los ging&#8217;s. Erster Halt war eine Tankstelle nach zwei Minuten. Sie m\u00fcsse noch schnell Katzenfutter posten, ihre Katze sei fast am verhungern, und f\u00fcr sich brauche sie auch noch einen Snack. Aber gell Tisa, bitte dann der Katze nicht wieder alles wegessen! \ud83d\ude42 Im Hostel hatte ich f\u00fcr einen guten Deal ein Einzelzimmer gebucht. Am n\u00e4chsten Tag ging ich mal auf Erkundungstour, um die n\u00e4here Umgebung zu erforschen. Der Strand war nur etwa 150 Meter von der Unterkunft entfernt. Mein Gott, war das toll. Eine Lagune fast nur f\u00fcr sich&#8230; Die Insel ist mit dem Auto in ca. 30 Minuten umfahren. Es hat sehr sch\u00f6ne Str\u00e4nde und ist bei Tauchern und Schnorchlern sehr beliebt. Wenn man im Wasser steht, kommen gleich ein paar Fische, um Hallo zu sagen. Ich hatte eine gem\u00fctliche Woche geplant, schliesslich h\u00e4tte ich mich von den vergangenen Reisen in Australien und Neuseeland erholen sollen. Es war wirklich sehr entspannt. Dennoch ging ich jeden Tag ein St\u00fcck der Insel ansehen. Auch wenn es halt fast nur Meer zu sehen gibt, so faszinierte mich die Landschaft dennoch. Schliesslich haben wir ja in der Schweiz keinen Meeranstoss. Das Landesinnere ist sehr gr\u00fcn und man k\u00f6nnte ein paar Wanderungen machen. Viele Touristen mieten entweder ein Auto oder einen Scooter, um etwas mobil zu sein. Es gibt aber auch einen Bus, resp. zwei, die jeweils die Insel in je einer Richtung umfahren. Die Lebenskosten auf den Cook-Inseln sind sehr hoch, muss doch sozusagen alles aus Neuseeland importiert werden, was ja auch nicht gerade als Billigland bekannt ist. Gem\u00fcse ist auch Mangelware, es hat einfach, was es hat. Ja, die liebe Tisa, die war ein echt faules Pflaster. Die war echt froh, wenn ihr die Arbeit nicht an den Hals sprang. Es h\u00e4tte eigentlich \u00d6ffnungszeiten beim Hostel gegeben, aber Tisa kam praktisch jeden Tag verschlafen eine bis zwei Stunden sp\u00e4ter. Und geputzt wurde w\u00e4hrend dem ganzen Aufenthalt auch nie. Es war gerade noch so am Limit von der Toleranz. Toilettenpapier? Mein Gott, fast jeden Tag musste ich mit ihr argumentieren, dass sie doch gen\u00fcgend Toilettenpapier auff\u00fcllen sollte. Ja denkste, da sprach ich an eine Wand, zur\u00fcck kam nur das Echo &#8222;Schissipapier, Schissipapier&#8230;&#8220;! \ud83d\ude42 Einmal schickte sie mich in den ersten Stock des Hostels, ich solle doch dort das Toilettenpapier nehmen. Wenn ich es dort nahm, fehlte es ja dann im 1. Stock wieder. Sie meinte doch im Ernst, dass jemand das Toilettenpapier klaute. Ich glaube, die war echt ein wenig bescheuert. Als Strafe offerierte sie mir dann den R\u00fccktransport zum Flughafen nicht mehr, ich k\u00f6nne ja den Bus nehmen. Yes, Madam, mache ich doch. Trotzdem hat es mir gut auf den Cook-Inseln gefallen, es hatte wirklich ein lustiges und sympathisches V\u00f6lklein im Hostel, wir spielten oft mit Karten und schwatzten. Eigentlich hatte ich die paar Franzosen im Griff, bis der WM-Match Schweiz gegen Frankreich mit 2:5 verloren ging. Ui, da musste ich den &#8222;K\u00fcrzeren&#8220; ziehen. Allez les bleus!! Selbstverst\u00e4ndlich schauten wir den Match zum Morgenessen um 9 Uhr. Am gleichen Abend nahm ich also den Bus, um zum Flughafen zu fahren und flog um 01.45 Uhr Ortszeit am Samstag-Morgen ab, kam nach 4 1\/2 Stunden in der Luft um 04.15 Uhr am Sonntag-Morgen in Auckland an. Und jetzt fragt mich jeder, warum ich eine Ged\u00e4chtnis-L\u00fccke habe&#8230;<\/p>\n<p>Thema Datumsgrenze: Die Datumsgrenze verl\u00e4uft zwischen den beiden Polen der Erde durch den Pazifischen Ozean in der N\u00e4he des 180. L\u00e4ngengrads. Wer die Datumsgrenze passiert, kommt in eine Zone mit einem anderen Kalenderdatum: \u00dcberquert man die Datumsgrenze gegen Osten, gelangt man in den vorangegangenen, bei umgekehrter Richtung in den n\u00e4chsten Kalendertag. Die Bewohner beidseits der Datumsgrenze haben nicht das gleiche Kalenderdatum. Dieses ist auf der westlichen um einen Kalendertag h\u00f6her als auf der \u00f6stlichen Seite. Das Datum wechselt immer (einmal) an dem Meridian (einen senkrecht auf dem \u00c4quator stehenden und vom Nord- zum S\u00fcdpol verlaufenden Halbkreis), wo es gerade 24:00\/00:00 Uhr ist (Mitternachtslinie). Dieser \u201enat\u00fcrliche\u201c (erste) Datumswechsel wandert mit dem Gegenpunkt der Sonne einmal pro Tag um die Erde herum. Zwangsl\u00e4ufig muss es einen zweiten Datumswechsel geben, damit die Erde in zwei Bereiche mit dem alten (gestern bzw. heute) und dem neuen Datum (heute bzw. morgen) aufgeteilt werden kann. Dieser andere Datumswechsel findet per Konvention an der Datumsgrenze statt, die etwa am 180. L\u00e4ngengrad liegt. Zudem gibt es 24 Zeitzonen, die sich \u00fcber die ganze Welt verteilen. Alles klar? Eigentlich logisch und doch t\u00f6nt es kompliziert. Und gell, meine liebe M\u00e4m, Osten ist dort, wo die Sonne aufgeht, und der Westen ist dort, wo sie runter geht. Und nun bitte nicht mit dem Finger vom Balkon aus gegen den B\u00f6zingenberg zeigen! \ud83d\ude42<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>8. &#8211; 13. Juni 2014: Nachdem ich alle Ausfuhrformalit\u00e4ten in Neuseeland erledigt hatte, stand ich in der Duty Free Zone des Flughafens von Auckland. Dort liess ich mich von einer japanischen Verk\u00e4uferin \u00fcberreden, ein Merino-T-Shirt zu kaufen. Zuerst wollte sie allerdings alles \u00fcber die Schweiz wissen, und ja, das sei ihr Traumland, sie wolle unbedingt mal dorthin. Sie gab einen Sondereinsatz als es dann um das Merino-T-Shirt ging, nachdem ich fast 15 Minuten einen Monolog \u00fcber unser Land abhielt. Ich glaube, sie zeigte mir jedes zur Verf\u00fcgung stehende T-Shirt. Und ich soll dann ja alle anprobieren, wobei das olivgr\u00fcne besonders k\u00f6rperbetont sei&#8230; \ud83d\ude42 Ich hatte sowieso im Sinn, ein solches T-Shirt zu kaufen, die sind wirklich Klasse, aber eigentlich erst bei meiner letzten und definitiven Ausreise aus Neuseeland. Das Material besteht aus einer Schafswolle (m\u00e4\u00e4hhhhhh, wie k\u00f6nnte es auch anders sein als in Neuseeland), beisst nicht, wenn man es tr\u00e4gt, gibt warm, aber man schwitzt nicht darin, und es nimmt auch keinen unangenehmen K\u00f6rpergeruch an. Sie haben zwar ihren Preis, aber das lohnt sich alleweil. Also, ich solle dann wieder vorbei kommen, wenn ich dann das n\u00e4chste Mal am Flughafen sei, meinte die Verk\u00e4uferin. Mache ich doch, aber dann muss ein Rabatt drinliegen&#8230; Ich nahm schliesslich das dunkelbraune T-Shirt, das etwas weniger k\u00f6rperbetonte! In Neukaledonien angekommen, musste ich die Zollformalit\u00e4ten ausf\u00fcllen. Also, hier allgemein in Ozeanien sind die scharf darauf, dass man ja nichts importieren kann, das irgendwie zu einer Seuche f\u00fchren k\u00f6nnte. Da liegt nicht einmal ein St\u00fcck Schoggi drin, rien \u00e0 faire! Meine Trekkingschuhe musste ich selbstverst\u00e4ndlich wieder zeigen. Ob ich auf einem Bauernhof gewesen sei, fragte mich der Z\u00f6llner. Bonjour, non, non, aber ich sehe sonst aus wie Ueli der P\u00e4chter&#8230; \ud83d\ude09 Dabei waren die Schuhe immer noch gleich sauber. Nicht einmal einen Stempel habe ich in meinen Pass bekommen, aber schliesslich bin ich ja in ein EU-Land eingereist. Nachdem man dort franz\u00f6sisch spricht, mutiert man fast zu einem Helden. Die Neukaledonier m\u00f6gen n\u00e4mlich \u00fcberhaupt nicht Englisch sprechen. In Noum\u00e9a, der Hauptstadt von Neukaledonien mit immerhin fast 70&#8217;000 Einwohnern, stieg ich in der Aub\u00e8rge de la Jeunesse ab, hoch \u00fcber dem Hafen gelegen. Dort war ich in einem Vierer-Zimmer. F\u00fcr einmal hatte es sehr viel Platz. Die Wetterprognosen waren f\u00fcr die ganze Woche nicht so toll. Aber gleich der n\u00e4chste Tag sollte noch einer der besten sein. Et alors?! So stand ich um 6.30 Uhr auf, um mit einem Passagier-Katamaran zur Ile des Pins zu fahren. Das soll ja eine der sch\u00f6nsten Inseln in der ganzen S\u00fcdsee sein. Ich musste zuerst noch ein Billett kaufen. Dieses Chaos dort, unglaublich. Ich stand 20 Minuten am gleichen Ort, ohne auch nur meine F\u00fcsse einen einzigen Millimeter zu bewegen. Aber schlussendlich klappt es ja dann fast immer. Nach 2 1\/2 Stunden Fahrt kam ich auf der genannten Insel an. Schon der erste Strand l\u00f6ste einen Seufzer bei mir aus. Ich lief die bekanntesten zwei Str\u00e4nde ab, ehe ich einen Drahtesel mietete. Ob das eine schlaue Idee war f\u00fcr meinen Hintern? Ein Herr hat mir empfohlen, dass ich unbedingt zur Foire de l&#8217;Ile des Pins gehen soll, diese findet nur einmal im Jahr an Pfingsten statt. So fuhr ich dorthin. Nun gut, auf einem Rasenplatz gab es zu Trommeleins\u00e4tzen ein paar Hula-Hop-T\u00e4nzerinnen, aber ohne Basten-R\u00f6cke und halben Kokosn\u00fcssen ;-), zu bestaunen. Dann gab es wieder eine Riesenpause, dann kam die n\u00e4chste Nachwuchsgruppe. Irgend einmal hat man es auch gesehen. Dann fuhr ich wieder zur\u00fcck, Fahrrad abgegeben, mein Po hat es noch so einigermassen ausgehalten, Sprung in die Lagune, und dann wieder aufs Boot. Das darf man ja nicht verpassen. Schliesslich f\u00e4hrt dieses nur drei Mal die Woche von und zur Ile des Pins. Ich war etwas m\u00fcde und schlief ein. Mais mon Dieu, als ich aufwachte, traf mich fast der Schlag. Halb benebelt sah ich einen Arm unter dem Vordersitz hervor liegen. Ich glaubte zuerst, im CSI New Calodonia zu sein. Was macht denn dieser Arm hier?! Mir ist fast das Herz in die Hosen gefallen. Das Beweisfoto k\u00f6nnt ihr bei den mitgelieferten Aufnahmen sehen. Dabei ist ein Reisender vor mir einfach nur auf den Boden gelegen, hat geschlafen, und dabei ist sein Arm unter dem Sitz zu mir &#8222;gekrochen&#8220;. Somit war dieser Fall schnell gel\u00f6st&#8230; \ud83d\ude09 Die n\u00e4chsten Tage waren wirklich nicht so sch\u00f6n, es regnete immer wieder, nicht so stark, aber es war halt auch nicht so angenehm. Dann wollte ich am Donnerstag einen Bus um 6.30 Uhr besteigen, um in den Norden der Insel zu fahren. Ich habe dies extra am Vortag abgekl\u00e4rt. Oui, oui, Monsieur, pas de probl\u00e8me! Denkste, als ich am Morgen auf der Matte stand, war der Bus bereits ausverkauft, der n\u00e4chste auch schon, aber derjenige gegen Mittag hatte noch freie Pl\u00e4tze. Die Zeit reichte leider nicht, um am selben Tag wieder zur\u00fcck zu fahren. So musste ich es halt sein lassen und suchte schon fr\u00fch morgens einen der Str\u00e4nde von Noum\u00e9a auf. Am Samstag um 8 Uhr bestieg ich dann wieder den Bus zum Flughafen. Adieu Nouvelle Cal\u00e9donie, \u00e0 la prochaine!<\/p>\n<p>Thema franz\u00f6sische \u00dcberseegebiete: Die franz\u00f6sischen \u00dcberseegebiete, franz\u00f6sisch La France d\u2019Outre-Mer (\u00dcbersee-Frankreich), sind Teile des franz\u00f6sischen Staatsgebiets ausserhalb Europas. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um ehemalige franz\u00f6sische Kolonien. Insgesamt leben dort ungef\u00e4hr 2,65 Millionen Menschen. Zu den franz\u00f6sischen \u00dcberseegebieten geh\u00f6ren: Franz\u00f6sisch-Guayana, Franz\u00f6sisch-Polynesien, Franz\u00f6sische S\u00fcd- und Antarktisgebiete, Clipperton-Insel, Guadeloupe, Martinique, Mayotte, Neukaledonien, R\u00e9union, Saint-Barth\u00e9lemy, Saint-Martin, Saint-Pierre und Miquelon, Wallis und Futuna. Auf all diesen Inseln wird immer noch sehr am franz\u00f6sischen Savoir-vivre festgehalten, allem voran an der franz\u00f6sischen Sprache. Hier in der S\u00fcdsee gibt es auf den Inseln von Neukaledonien, Franz\u00f6sisch-Polynesien (Tahiti) und Wallis et Futuna den pazifischen Franken, den franc pacifique. 100 XPF entsprechen ca. einem Schweizer Franken. Die Noten sind f\u00fcr all die franz\u00f6sischen S\u00fcdsee-Inseln g\u00fcltig, jede Insel hat aber seine eigenen M\u00fcnzen. Frankreich m\u00f6chte den Euro einf\u00fchren, \u00fcberl\u00e4sst es aber den Inseln selber zu entscheiden. Es m\u00fcssen jedoch alle franz\u00f6sischen S\u00fcdsee-Inseln zustimmen. Zur Zeit gibt es Widerstand in Neukaledonien.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>8. &#8211; 30. Juni 2014 22. &#8211; 30. Juni 2014: So stand ich also fr\u00fchmorgens ein weiteres Mal an der Immigration und am Zoll in Auckland. Please show me your trekking shoes. Ach ja, diese Trekking-Schuhe, die sind inzwischen schon &hellip; <a href=\"https:\/\/www.raymondontour.ch\/blog\/ozeanien\/neukaledonien\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[59,57,58],"class_list":["post-1458","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ozeanien","tag-datumsgrenze","tag-franzoesische-kolonie","tag-pazifischer-franken"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.raymondontour.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1458","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.raymondontour.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.raymondontour.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raymondontour.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raymondontour.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1458"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.raymondontour.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1458\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1498,"href":"https:\/\/www.raymondontour.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1458\/revisions\/1498"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.raymondontour.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1458"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raymondontour.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1458"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.raymondontour.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1458"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}